In der dritten Dimension gelandet
Tübinger Tagblatt
20. Januar 2012
Die virtuelle Realität soll Naturwissenschaften anschaulich machen
An der Geschwister-Scholl-Schule (GSS) hat der Unterricht 2.0 Einzug gehalten. Mit einem „>>Cyber-Classroom“ soll künftig anschaulich gemacht werden, woran manch ein Schüler scheitert: räumliches Denken in Mathematik, Physik und Chemie zum Beispiel.

Lernen in 3D: Der 4-jährige Matthis, Sohn der Bio-Lehrerin Sibylle Kröger, und Chemielehrerin Patricia Weiß bei der Übergabe des Cyber-Classrooms am Mittwoch. Bilder: Sommer
Tübingen. Ein 3D-fähiger Flachbildschirm mit Bedienungscontroller soll schaffen, woran Generationen von Lehrern gescheitert sind: Schülern das räumliche Denken zu vermitteln. Das ist vor allem in den sogenannten MINT-Fächern, also im naturwissenschaftlichen Bereich, gefragt ist.
Am Mittwoch wurde Tübingens erster >>Cyber-Classroom an der GSS offiziell übergeben. Die rund 15 000 Euro teure Lernumgebung hat Frank Elsässer gestiftet. Er führt ein mittelständisches Unternehmen in Nufringen, seine Kinder werden an der GSS unterrichtet.
Elsässer kam über private Kontakte erstmals mit dem virtuellen Klassenzimmer in Kontakt. „Ich war sofort begeistert von dem Ding“, sagt der Mittelständler. Er selbst habe einige schlechte Noten „mitgenommen“, weil es ihm an räumlichem Vorstellungsvermögen mangelte.
An diesem Punkt setzt die interaktive Lernplattform an. Ausgestattet mit Spezialbrillen sehen die Schüler dreidimensional. „Wir können so viele Sachen zeigen, die man in echt nicht sieht“, erklärt Emanuel Kilger von der Hersteller-Firma Visenso. Zum Beispiel, wie Schallwellen durch den menschlichen Gehörgang wandern und einzelne Regionen in Schwingungen versetzen. Die Muskelkontraktion im menschlichen Bein.









